Book of Enoch 71

Kapitel 71

1 Danach ward mein Geist entrückt und stieg in den Himmel auf. Ich sah die Söhne der heiligen Engel auf Feuerflammen treten; ihre Kleider waren weiß, ebenso ihr Gewand, und ihr Antlitz leuchtete wie Schnee.
2 Ich sah zwei Feuerströme und das Licht des Feuers glänzte wie ein Hyazinth. Da fiel ich auf mein Antlitz vor dem Herrn der Geister.
3 Da ergriff mich der Engel Michael, einer der Erzengel, bei der Rechten, richtete mich auf und führte mich zu all den Geheimnissen und zeigte mir all die richtigen Geheimnisse.
4 Er zeigte mir alle Geheimnisse der Enden des Himmels und aller Sterne und Leuchten Kammern insgesamt, von wo sie vor den Heiligen gelangen.
5 Und er entrückte meinen Geist in den Himmel der Himmel und ich sah dort einen Bau aus Kristall und zwischen den Kristallen Zungen lebendigen Feuers.
6 Mein Geist sah den Gürtel, der das feurige Haus umgab, und an seinen vier Seiten waren Ströme voll lebendigen Feuers und sie umflossen jenes Haus.
7 Ringsum waren Seraphin, Kerubin und Ophannin; dies sind die nie Schlafenden, die den Thron seiner Glorie bewachen.
8 Ich sah, wie unzählige Engel jenes Haus umgaben, tausendmal Tausende und zehntausendmal Zehntausende; Michael, Gabriel, Raphael und Phanuel und die heiligen Engel, die oben in den Himmeln sind, gehen in jenem Hause ein und aus.
9 Da traten aus jenem Haus Michael, Gabriel, Raphael und Phanuel mit vielen heiligen Engeln ohne Zahl.
10 Bei ihnen war der Betagte; sein Haupt war weiß und rein wie Wolle und sein Gewand unbeschreibbar.
11 Da fiel ich auf mein Angesicht; mein ganzer Körper war aufgelöst und mein Geist verwandelt. Ich schrie mit lauter Stimme, mit des Geistes Kraft, segnete, pries und lobte.
12 Diese Lobpreisungen, die aus meinem Munde kamen, gefielen dem Betagten.
13 Da kam der Betagte mit Michael, Gabriel, Phanuel und tausendmal Tausenden und Zehntausenden Engel ohne Zahl. –
14 Er kam zu mir, grüßte mich mit Seiner Stimme und sprach zu mir: Das ist der Menschensohn, der zur Gerechtigkeit geboren wird; Gerechtigkeit wohnt über ihm und die Gerechtigkeit der Betagten verläßt ihn nicht.
15 Dann sagte er zu mir: Er begrüßt dich im Namen der zukünftigen Welt; denn von dort geht seit Erschaffung der Welt Frieden aus, und also geschieht dir bis in Ewigkeit.
16 Alle, die auf seinen Wegen wandeln, – denn Gerechtigkeit verläßt ihn nicht mehr – haben bei ihm ihre Wohnstätte und ihr Erbteil und sie trennen sich bis in alle Ewigkeit nicht mehr von ihm.
17 Und so wird langes Leben bei jenem Menschensohn zu finden sein und die Gerechten genießen dann Frieden und wandeln den geraden Weg im Namen des Herrn der Geister für immer.